Unterschriftenaktion "DSL für Falkenhain"


Quelle: Leipziger Volkszeitung Muldentalblatt vom Freitag, 2. November 2007 (Seite 21)

 

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Kein DSL: Absage von der Telekom

Falkenhainer können nicht auf Ausbau des Netzes hoffen / Brief an Wirtschaftsminister Jurk

 

Falkenhain. Der Wunsch von 434 Telekom-Kunden, über einen DSL-Anschluss zu verfügen, juckt den Kommunikations-Riesen augenscheinlich herzlich wenig. Denn die Falkenhainer, die jüngst per Unterschriftenliste einen zeitgemäßen Zugang zum Netz forderten, bekamen jetzt eine Absage. In naher Zukunft sei hier kein Ausbau vorgesehen.

Wohl aber wären, so schreibt der Telekom-Kundenservice, die Falkenhainer in die Interessentendatenbank aufgenommen. In den Ohren derer, die seit langem darauf warten, wie andere Telekom-Kunden auch auf die Möglichkeiten des Breitbandnetzes zugreifen und damit auch andernorts vollmundig angepriesene Kombi-oder Flat-Rates nutzen zu können, klingt das wie Hohn. Jochen Bischoff, der die Unterschriftenaktion in der Gemeinde ankurbelte, zitiert aus einer hauseigenen Pressemitteilung der Telekom: "...bieten unseren Kunden schnellen und einfachen Zugang zu Kommunikation, Information und Unterhaltung und fördern die persönliche soziale Vernetzung...". Offenbar gelte das nicht fürs flache Land.

„Die Telekom will bis Jahresende 750 Städte in Deutschland mit ADSL2 Plus und 27 Städte mit VDSL ausbauen und vergisst dabei, dass in den Dörfern noch fast wie zu DDR-Zeiten telefoniert wird", kritisiert der Falkenhainer. Seiner Ansicht nach trage das zur Verödung des ländlichen Raumes bei. Mit jeder geplanten privaten oder gewerblichen Neuansiedlung stehe die Frage nach der Infrastruktur an erster

Stelle. Dazu gehörten heute und in Zukunft moderne Kommunikationsmöglichkeiten. Sind die nicht gegeben, wäre Abwanderung, insbesondere der jungen Generation die Folge. „Insofern trägt das Unternehmen Telekom nicht nur eine betriebswirtschaftliche, sondern auch eine politische Verantwortung. Wir wollen und können doch nicht so lange warten, bis alle nur noch in der Stadt wohnen", macht Jochen Bischoff den Standpunkt der DSL-Interessierten deutlich. Die Verantwortlichen der Telekom indes erklären die Absage, ohne dabei allerdings auf Bedingungen in der Gemeinde Falkenhain einzugehen, mit physikalischen Gegebenheiten. Die setzen der T-DSL-Technik Grenzen. So folge aus der Länge der verlegten Kabel eine Übertragungsdämpfung. Der maximale Dämpfungswert liege derzeit bei 50 Dezibel. Daher wäre DSL an entlegenen Telefonanschlüssen nicht schaltbar. Eine umfassende Ausbauplanung könne bis auf Weiteres nicht angeboten werden.

Zufrieden waren die Falkenhainer mit dieser Erklärung nicht. Jochen Bischoff schrieb an den Sächsischen Minister für Wirtschaft und Arbeit, Thomas Jurk, und wies ihn mit dem Beispiel DSL-Anschlüsse darauf hin, wie weit politisches Wunschdenken und Realität auseinanderklaffen. „Die Werbefeldzüge der Telekommunikationsanbieter wecken hier Bedürfnisse wie die Werbung im Westfernsehen zu Ostzeiten", so der Ingenieur und bittet den Minister, sich der Sorgen der Falkenhainer anzunehmen. Eine Antwort steht aus.

Conny Hanspach

 

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© Tobias Momber | momber.org

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